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Angebot der Landesschule für Blinde und Sehbehinderte

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Seit Beginn des Schuljahres 2017/2018 gibt es im Auftrag der ADD Neustadt den „Stützpunkt Sehen Kreis Bad Kreuznach“.

Der Stützpunkt Sehen unterstützt damit die seit vielen Jahren bewährte Arbeit der Landesschule für Blinde und Sehbehinderte in Neuwied und arbeitet eng sowohl fachlich als auch organisatorisch mit Neuwied zusammen.

Am Stützpunkt Sehen ist die fachliche Kompetenz zur Beratung und Unterstützung Sehgeschädigter im Kreis Bad Kreuznach angesiedelt.

Ihre Aufgaben umfassen sowohl die Beratung und Unterstützung der sehgeschädigten Schüler, als auch in hohem Maß ihres Umfelds (Schule, Lehrkräfte, Familie). Sehgeschädigte Schüler an Regelschulen nehmen grundsätzlich am regulären Unterricht Teil und werden zielgleich unterrichtet. Anpassungen im Unterricht betreffen primär Zugangswege/Medien und Kompensationstechniken. Individuelle Nachteilsausgleiche sind möglich.

Verantwortliche Lehrkräfte für die Sehgeschädigten Schüler sind die Lehrkräfte der Regelschule.

Die Beratungslehrer beraten und unterstützen diese Regellehrkräfte in allen Bereichen, von der medizinischen Ausgangslage über räumliche Anpassungen (DIN 3000, Licht, Kontrast, Tafelbeleuchtung, Blendungsvemeidung), Aspekten der Unterrichtsgestaltung (Medien, Nutzung mehrerer Sinne, Sozialformen,…), der Gestaltung von schulischen Übergängen bis hin zur Berufsvorbereitung/Berufserprobung.

Hinzu kommt, falls notwendig, die Hinzuziehung von außerschulischen Fachkräften wie z.B. Mobilitätstrainer, Trainer für Lebenspraktische Fertigkeiten oder Hilfsmittelberater.

Kompetenzen des spezifischen Curriculums für Sehgeschädigte (extended core curriculum, ECC) sind elementarer Bestandteil der Förderung. Diese sollen nicht zusätzlich vermittelt werden (zeitliche und leistungsmäßige Überforderung) sondern integriert, als spezielle Form bzw. Methodik des Regelunterrichts vermittelt werden. Hierfür muss das Bewusstsein der Regellehrer geweckt werden.

Beratung und Unterstützung Sehgeschädigter bedeutet also konkret:

  • Erhebung des Ist-Stands der bisherigen augenärztlichen Diagnostik sowie der bisherigen Förderung,Initiierung zusätzlicher Maßnahmen bei Veränderungen (Kontakte zu Augenarzt, Orthoptist, Optiker),
  • Beratung und Unterstützung der Schulen bezüglich notwendiger Anpassungen (Raum, Licht,…),
  • Beratung und Unterstützung der Lehrkräfte bzgl. notwendiger Modifikationen im Unterricht (Medien, Kompensation durch andere Sinne, Sozialformen, usw.),
  • Beratung und Unterstützung der Schüler, z.B. beim Erlernen des Umgangs mit spezifischen Medien (Punktschrift, Lesegerät, Laptop mit Sprachausgabe, Braille-Zeile, usw….),
  • Beratung und Unterstützung der Eltern, z.B. bei der Beantragung von Medien, Geräten, Blindengeld,
  • Beratung und Unterstützung von weiteren Bezugspersonen, z.B. Schulbegleitern, Integrationshelfern,…,
  • Anpassung von Unterrichtsmaterialien (z.B. von Lesetext in Hörtext, als taktile Karten, usw.),
  • Einzelförderung der sehgeschädigten Schüler, (z.B. zur Ausnutzung des restlichen Visus, von Selbständigkeit, Orientierung und Mobilität, …)
  • Einzelförderung im Hinblick auf das spezifische Curriculum (ECC) Sehgeschädigter,

 

Siehe hierzu auch: Beratung und Unterstützung durch die Landesblindenschule und Förderzentrum Neuwied:

https://www.blindenschule-neuwied.de/foerderung-integriert

 

Sehbehinderte Schülerinnen und Schüler

Die Begleitung der Schülerinnen und Schüler findet durch Sehbehindertenlehrerinnen und –lehrer sowohl in der Schule als auch zu Hause statt. Die Arbeit umfasst dabei folgende Schwerpunkte:

  • Beratung der Lehrerinnen und Lehrer an anderen Schulen bezüglich der sehgeschädigten-spezifischen Aufbereitung der Unterrichtsmaterialien sowie bei methodisch-didaktischen Fragen
  • Beratung bei der Erprobung, Auswahl und Beschaffung geeigneter Hilfsmittel
  • Unterstützung der Kinder und Jugendlichen bei der Auseinandersetzung mit ihrer Sehbehinderung im Alltag
  • Entwicklung von Bewältigungsstrategien
  • Zusammenarbeit mit Eltern, Lehrern, Mobilitätstrainern, Therapeuten, Ärzten u. a.
  • Beratung bei schulischen und beruflichen Übergängen

 

Blinde Schülerinnen und Schüler

Die Begleitung der Schülerinnen und Schüler findet durch Blindenlehrerinnen und –lehrer sowohl in der Schule als auch zu Hause statt. Die Arbeit umfasst dabei folgende Schwerpunkte:

 In der Schule:

  • Kooperation mit Klassen- und Fachlehrerinnen und -lehrern
  • Unterstützung im Unterricht
  • Einzelförderung für blindenspezifische Lerninhalte
  • Hilfe bei der Übertragung der Arbeitsmittel in Blindenschrift
  • Hilfe bei der Beschaffung von Schulbüchern und anderen Medien
  • Erstellung von taktilen Medien
  • Einarbeitung eines Integrationshelfers/einer Integrationshelferin
  • Förderung der lebenspraktischen Fähigkeiten (LPF), Orientierung und Mobilität (O&M)
  • Beratung bei schulischen und beruflichen Übergängen

Im Elternhaus:

  • Beratung der Eltern vor der Einschulung und während der gesamten Schulzeit zu pädagogischen und methodischen Fragestellungen in Zusammenarbeit mit der besuchten Schule
  • Medien und Hilfsmittelberatung
  • Bei Bedarf Einzelförderung zu Hause
  • Beratung zu lebenspraktischen Fähigkeiten (LPF) und Orientierung und Mobilität (O&M)
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